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Endloses Bewusstsein

In Dezember zweitausendeins wurde im The Lancet ein Studie über Nah-Tod Erfahrungen (NTE) bei dreihundert vierundvierzig Überlebenden eines Herzstillstandes veröffentlicht. Aus dieser Holländische Studie ging hervor, dass sich zwei-und-sechzig Patienten (Achtzehn Prozent) von einer gewissen Erinnerung zur Zeit des klinischen Todes berichteten. Zu ihrer großen Überraschung zeigte sich in die Studie nicht, dass psychologische, pharmakologische oder physiologische Faktoren diese Erfahrungen erklären können, die sich während eines Herzstillstandes abspielen. Aber wie kann klares Bewusstsein außerhalb eines Körpers zu einem Moment, da das Gehirn in einer Phase klinischen Todes und ohne EEG-Ausschlag nicht mehr funktioniert, erlebt werden? Es scheint offensichtlich unmöglich, mit unseren aktuellen medizinischen und wissenschaftlichen Konzepten alle Aspekte der subjektiven Erfahrungen, die während eines vorübergehenden Verlustes aller Hirnfunktionen bei eine NTE berichtet werden, zu erklären. Aufgrund prospektiver Studien zur NTE ist Van Lommel zu der festen Überzeugung gelangt, dass das Bewusstsein weder an eine bestimmte Zeit noch einen bestimmten Ort gebunden ist. Dieses Phänomen nennt man Nicht-Lokalität. Dieses nicht-lokales oder endloses Bewusstsein ist also nicht in unserem Gehirn angesiedelt und nicht auf unser Gehirn beschränkt. Unser Gehirn hat eine vermittelnde statt einer produzierenden Funktion für das Erleben von Bewusstsein. Die unvermeidliche Schlussfolgerung, dass es eine Kontinuität des Bewusstseins gibt, weil man Bewusstsein unabhängig von der Hirnfunktion erfahren kann, könnte sehr wohl in der westlichen Wissenschaft einen weitreichenden Wandel im wissenschaftlichen Paradigma herbeiführen.

Sabine Mehne : Licht ohne Schatten. Leben mit einer Nahtoderfahrung.  Vorwort : Pim van Lommel . In diesem wundervollen Buch beschreibt Sabine Mehne  ihren jahrelangen Kampf, die vielen tiefgreifenden, unvermeidbaren und komplexen Veränderungen, die eine Nahtoderfahrung für das alltägliche Leben bedeutet, zu verstehen und zu akzeptieren.
Sabine Mehne Buch Licht ohne Schatten Leseprobe